Workshop No. 3: Musikwirtschaft und Free Culture
"Unsere Analysen ergeben, dass nie zuvor so viel Geld für Musik und musikbezogene Aktivitäten ausgegeben wurde wie heute. Die Frage ist, bei wem es ankommt." (Scott Cohen, The Orchard)
"Wir können da gar nichts machen: Entweder der Markt wird politisch, rechtlich und technologisch geregelt, oder ich muss die Hälfte meiner Mitarbeiter entlassen und wesentlich kleinere Brötchen backen." (Indielabel Betreiber)
"Es gibt ganz klar ein Kundenversagen. Die Musikindustrie macht alles richtig." (Musikverleger)
"Das Entscheidende ist der Fan und meine Beziehung zu ihm. Wie komme ich an ihn ran, wie kann ich ihn begeistern und wie bringe ich ihn dazu, mich zu unterstützen." (Musiker)
*Statements von Teilnehmern der all2gethernow Musik-Konferenz in Berlin, September 2010
Dieser Workshop mit Andrea Goetzke beleuchtet die aktuelle Situation von Musikwirtschaft und -kultur unter dem Gesichtspunkt von "Free Culture": Seit ihren Anfängen ist die Musikgeschichte vom freien Umgang mit schöpferischen Werken und Ideen gekennzeichnet. Noch nie aber waren die kreativen Verschränkungen der Urheber so intensiv wie heute und die Möglichkeiten für Vervielfältigung des künstlerischen Werks in allen seinen analogen wie digitalen Formen so immens.
Dieser Workshop für Musiker, Produzenten, Labelbetreiber und andere will das Konzept von "Free Culture" als Impuls und Perspektive nutzen, um angesichts der aktuellen Situation der Musikwirtschaft nach wirtschaftlich und künstlerisch nachhaltigen Modellen zu suchen sowie ganz praktische Hilfestellungen für die tägliche unternehmerische und kreative Arbeit der Szene zu geben.
Der erste Workshop Teil gibt einen Überblick über Philosophie, praktische Ansätze, Werkzeuge und Projekte, die Free Culture und Musik zusammenbringen. Der Begriff "Free Culture" kommt aus der Debatte um eine Neustrukturierung des Urheberrechts in der digitalen Welt. Nach einer Einführung in Ideengeschichte und Umfeld werden konkrete Werkzeuge, wie Creative Commons Lizenzen, existierende Projekte, sowie auch die Frage nach Geschäftsmodellen und Nachhaltigkeit freier Kultur speziell in der Musikwirtschaft diskutiert.
Im zweiten Workshop Teil geht es konkret darum, wie Instrumente und Ideen von Free Culture als Inspiration für die eigene Berufspraxis angewandt werden können. Wie kann ich z.B. mit Creative Commons Lizenzen wirklich praktisch arbeiten? Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es für kulturelle Inhalte, die ich online zur Verfügung stelle? Solche und weitere Fragen und Anliegen der Teilnehmer stehen hier im Vordergrund. Im gemeinsamen Gespräch sollen Lösungsansätze für die Fragen entwickelt werden. Es besteht für alle Teilnehmer die Möglichkeit, mit der Anmeldung konkrete Fragen zu stellen, auf die wir uns im Vorfeld des Workshops dann bereits vorbereiten können.
"Freie Kultur" ist aber auch ein Begriff, der weiteres Nachdenken herausfordert. Was bedeutet "Freie Kultur" eigentlich? Wie stellen wir uns eine freie und nachhaltige Musikkultur idealerweise vor? Und wie kommen wir da hin? Bieten die Probleme der großen Musikunternehmen und Major Labels und die derzeitigen Veränderungen in der Musikwirtschaft eine Chance für eine freie und unabhängige Kultur? Wie möchten wir die Rollen und Prozesse im Bereich Musikwirtschaft und -kultur neu gestalten? Der dritte Workshop Teil möchte einen Schritt weiter denken und Utopien und strukturellen Herausforderungen Raum geben, die über die Aktionsmöglichkeiten der einzelnen Akteure hinausgehen. Skizzen von Ideen und Lösungsansätzen sollen hier das Ergebnis sein.
Es wird auf der transmediale einen Folgeworkshop geben (am 3. Feb. 2011, 12 - 14 Uhr), in dem Ideen aus diesem Workshop weiterverfolgt werden.
Der Workshop richtet sich in erster Linie an Akteure aus Musikkultur und Musikwirtschaft, ist aber auch offen für alle Interessierten. Bei der Anmeldung gibt es die Möglichkeit gezielt Fragen zu stellen, die Thema des Workshops sein sollen. Der Workshop soll dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch zu Free Culture und Musik dienen und hat den Anspruch, gemeinsam die Themen zu bearbeiten und zu entwickeln.
Es gibt insgesamt 30 Plätze; die Teilnehmer werden hinsichtlich eines guten Mixes an Erfahrung und Hintergründen im Sinne einer konstruktiven Diskussion ausgewählt. Erzählt uns also im Anmeldeformular kurz warum ihr gern teilnehmen möchtet.
Bitte registrieren Sie sich hier
Datum: Freitag, 28. Januar, 16 - 20 Uhr, anschließend Möglichkeit zum informellen Austausch 20 - 22 Uhr
Ort: Kubus, Radialsystem V
WORKSHOP-SPRACHE: deutsch
- Zu den Partnern:
Die Auswahl der Partner spiegelt die Vielfalt der Szene wider und basiert auf der Bereitschaft, Wissen frei zugänglich zur Verfügung zu stellen. Bei diesem Wissen handelt es sich ausdrücklich um praxisnahe Tipps, Case Studies und Erfahrungen, die von Protagonisten der freien Kreativszene an andere weitergegeben werden. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
- Ausblick auf die kommenden Workshops
Die Partner und Gastgeber der Workshops:all2gethernow
betahaus
Creative Commons
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
Mozilla Drumbeat
Multiplicities
Open Design City
P2P University / School of Webcraft
Public Art Lab
Studio 70 / Hallenprojekt
Sourcefabric
transmediale Festival
Upgrade! Berlin -
- Wer kann mitmachen?
Projektemacher, Selbständige und kleine Unternehmen aus allen Kultur- und Kreativbereichen können sich für die Teilnahme an den Workshops bewerben. Wichtig ist, dass die Interessenten schon eine gewisse Erfahrung aus ihrem Bereich gesammelt haben und auch selber aktiv Ideen und Know-How in die Workshops einbringen. Wir achten bei der Auswahl der Teilnehmer auf eine interessante Mischung aus Berufen, Erfahrungen und professionellen Ausrichtungen, so daß die Teilnehmer auch füreinander interessant sind. Auf dieser Basis wird jeder Workshop kuratiert und inhaltlich der Projektleitung des Free Culture Incubator und den jeweiligen Partnern vorbereitet. Da die Workshops kostenlos angeboten werden sollen, wird uns jeder Teilnehmer bei der Dokumentation bzw. Nachbereitung unterstützen. -
Struktur der Workshops
Zunächst einmal bringt jeder der monatlichen Workshop-Hosts seine spezifische Kompetenz ein, das heißt es wird ein Thema angeboten, das zur kreativen Praxis der jeweiligen Institution passt. Jeder Host hat zudem die Möglichkeit, ein oder zwei internationale Experten einzuladen, die eine neue Perspektive auf das jeweilige Thema mitbringen. Dadurch öffnen wir die Workshops für ein bundesweites bzw. internationales Publikum. Jeder Workshop dauert etwa 4-5 Stunden und wird entweder als Tages- oder Abendveranstaltung angesetzt.
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Dokumentation
Zur Nachbereitung wird eine Mailingliste mit allen Teilnehmern ausgesendet, sowie die Dokumentation des Workshops unter Mitwirkung der Teilnehmer zeitnah online gestellt. D.h. alle Ergebnisse dieser Workshop-Serie werden auf einer Online-Plattform protokolliert und nach jedem Workshop publiziert. Texte, Bilder und Videos können frei kommentiert und entsprechend der Creative Commons-Lizenzen weiter verteilt werden. Somit sind die Inhalte und Ergebnisse für alle Interessierten jederzeit frei zugänglich.Die Workshops und Podiumsbeiträge des Netzwerk-Events sollen außerdem live als Online-Übertragung ausgestrahlt werden.
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Themen der Workshops
Der inhaltliche und zeitliche Ablauf der 12 Workshops wird derzeit noch mit den Partnern erarbeitet und wird ab Ende Oktober hier zur Verfügung stehen.Diese Workshop-Serie ist eine Initiative von transmediale / Free Culture Incubator in Partnerschaft mit dem
Regionalbüro Berlin-Brandenburg des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

Mediapartner:
Motor FM



