Festival architecture: RAUMLABOR
Festival Architektur Raumstation.2010
Jahr 2010. Die Raumstation als extremes Beispiel von utopischen Stadt- und Raumgefügen fasziniert uns im Hinblick auf die Zukunftsvisionen der vergangenen 100 Jahre. Jetzt ist diese Zukunft gegenwärtig und die Visionen bewohnter Städte im Weltall werden noch lange unerfüllt bleiben. raumlaborberlin besetzt für die transmediale.10 das Foyer des Haus der Kulturen der Welt mit der Forschungsstation Futures Exchange. Spezialisierte Raummodule bilden ein ‚communication cluster‘: eine Werkstatt, Ort der Kommunikation, gedacht für die Aneignung durch Künstler und Besucher. Als Baumaterial werden Türblätter aus Plattenbauten, die dem Abriss weichen mussten, verwendet. Sie stammen aus Halle-Neustadt und stehen für die Schrumpfung, den Rückbau dieser Stadt, die 1964 nach den Prinzipien des Städtebaus der Moderne als Utopie gegründet worden war. Aus diesen Türblättern – Abfallprodukte und Spuren dieser Utopie – entsteht für die transmediale.10 eine temporäre Raumstation für prozessorientierte künstlerische Praxis.
raumlaborberlin existiert und transformiert sich seit 1999 als Arbeits- und Aktionsgemeinschaft für Architektur und Urbanismus. Das raumlabor ist ein Kollektiv, ein Wissens- und Ressourcenpool. Wir sind neun Mitglieder, innerhalb unserer Gruppe gibt es verschiedene Arbeitsschwerpunkte. Neben klassischen Architekturaufgaben beschäftigen wir uns auch mit Städtebau, Aktion, Gestaltung des öffentlichen Raumes und künstlerischen Installationen.
raumlaborberlin adressiert in seinen Arbeiten Stadt und Stadtumbau als Prozess. Die Auseinandersetzung mit der zeitlichen Dimension baulicher und urbaner Strukturen kennzeichnet viele unserer Arbeiten. Unsere Rolle in diesem Prozess sehen wir als Aktivierer und Verknüpfer. Unsere Gestaltungen räumlicher Objekte und Bereiche folgen diesem Ziel. Deshalb beziehen wir uns in unseren Arbeiten direkt auf die Wahrnehmungs- und Erlebnissebene von Raum / Stadt / Umwelt.
Als Architekten und Stadtplaner organisieren wir Räume. Dabei versuchen wir über gewohnte Grenzen hinaus zu denken. Uns verbindet das Interesse, experimentell und prozessorientiert zu arbeiten. Für uns heißt das, zwischen Subjektivem und Objektivem zu oszillieren, das persönliche Erleben und das objektiv Nachweisbare in einer komplexen Strategie zusammenzuführen. Modellhafte Vorstellungen entwickeln sich, die Teil der Prozesse werden, die an den jeweiligen Orten ablaufen.
raumlaborberlin selbst ist Prozess. Es entzieht sich immer wieder einer letztendlichen Definition und bleibt dadurch dynamisch.
Unsere Projekte sind oft temporär. Das Temporäre erleichtert eine schnelle Umsetzung mit Blick auf die jeweils spezifischen symptomatischen Probleme, ohne endgültige Lösungen finden zu müssen. Wir arbeiten in variierenden interdisziplinären Arbeitsgruppen. Zusammen mit Spezialisten anderer Professionen wie Theater, Kunst, Ethnologie, Soziologie, Handwerk etc. erkunden und hinterfragen wir urbane Phänomene und entwickeln Prototypen für die Stadterneuerung.
Raum nicht mehr unter dem Gesichtspunkt der Abgrenzung, sondern Verknüpfung zu verstehen, ist der Schlüssel zu einer Stadt, die den Menschen experimentelle Handlungsräume öffnet, die zeitlich-räumlich flexibel agieren und damit individuellen Konzepten neuen Halt geben.
Neue Formen der Verknüpfung bedürfen neuer Formen der Kommunikation. Sie sollten einfach zu verstehen, authentisch und vor allem einfach zu realisieren sein. Der Ort mit seinen Potentialen ist für uns Experimentierfeld auf der Suche nach Identifikationsflächen mit allen ihren Möglichkeiten für die Stadt.
raumlaborberlin transmediale.10 team
Francesco Apuzzo, Andrea Hofmann, Christof Mayer, Axel Timm
raumlabor-berlin.de
Unterstützt bei transmediale.10 durch Zapf Umzüge Berlin


